Volleyball

Mitgliederrekord und neue Herausforderungen

Die Zahl der Sportvereinsmitglieder in NRW hat einen Höchststand erreicht, auch im Kreis Steinfurt gibt es einen neuen Rekord. Doch nicht alle Vereine profitieren vom Boom und das Sportabzeichen verliert an Zuspruch, vor allem bei Kindern.

Auf 5,52 Millionen ist die Zahl der Mitglieder in den Sportvereinen in NRW zuletzt gestiegen. Für Stefan Klett, Präsident des Landessportbundes, ist das ein klares Signal: „Wir befinden uns in einem Allzeithoch“, rief er am Montagabend den rund 60 Delegierten bei der Mitgliederversammlung des Kreissportbundes Steinfurt im Kreishaus zu – und lieferte damit die passende Vorlage für Max Gehrke. Der KSB-Präsident meldete für den Kreis mit 155.107 Mitgliedern (Vorjahr: 153.606) einen neuen Rekordwert.

Allerdings profitieren längst nicht alle Vereine von diesem Boom. Nach Angaben des KSB befanden sich im vergangenen Jahr 138 Vereine im Kreis Steinfurt auf Wachstumskurs, 129 dagegen verzeichneten rückläufige Mitgliederzahlen. Motor bleiben die Großvereine. Bestes Beispiel ist der TV Jahn Rheine: Mit inzwischen über 11.000 Mitgliedern gehört er zu den größten Vereinen in NRW – allein im vergangenen Jahr legte der Verein um 600 Mitglieder zu.

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Der SC Hörstel wurde während der KSB-Tagung mit dem neuen Qualitätssiegel Kinder- und Jugendsport ausgezeichnet. (Foto: Sven Thiele / IVZ)

Weniger erfreulich entwickelt sich das Sportabzeichen. Erstmals seit Jahren sank die Zahl der Abnahmen im Kreis wieder unter die Marke von 5000. Für KSB-Vorstand Stefan Kipp ist das ein Signal zum Handeln. „Vor allem bei Kindern und Jugendlichen beobachten wir einen deutlichen Rückgang“, sagte er am Montag.

Die Ursachen sind bislang unklar. Kipp verwies auf Beobachtungen, wonach Kinder und Jugendliche im Schnitt weniger fit seien als früher und deshalb häufiger an den Anforderungen scheiterten. Eine naheliegendere Erklärung: Einige Vereine haben sich aus dem Programm zurückgezogen und bieten keine Abnahmen mehr an.

Abseits dieser Entwicklung präsentierten sich Kreissportbund und Sportjugend als lebendiger Verband mit zahlreichen Qualifizierungsangeboten, Veranstaltungen und Initiativen.

Ein zentrales Thema war dabei der Kinderschutz. Der Kreissportbund ist dem Qualitätsbündnis zum Schutz vor sexualisierter und interpersoneller Gewalt beigetreten. „Gewalt hat im Sport keinen Platz“, betonte LSB-Präsident Stefan Klett bei der Übergabe der Urkunde im Beisein von Landrat Dr. Martin Sommer. Auch der KSB bekenne sich zu seiner Verantwortung, den Sport zu einem sicheren Ort zu machen.

Neues Qualitätssiegel

Der organisierte Sport hat ein neues Qualitätssiegel eingeführt, das die bisherige Auszeichnung als kinderfreundlicher Sportverein ablöst. Vereine müssen dafür nachweisen, wie gut ihr Kinder- und Jugendsport aufgestellt ist. Voraussetzung sind unter anderem entsprechende Angebote, eine Jugendsatzung, ein Schutzkonzept sowie die Teilnahme an einer Beratung.

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Über das neue Qualitätssiegel Kinder- und Jugendsport darf sich auch Schwarz-Weiß Esch freuen. (Foto: Sven Thiele / IVZ)

Am Montag wurden mit der DLRG Ortsgruppe Burgsteinfurt, dem SC Hörstel, SW Esch, dem TV Borghorst und dem TV Jahn Rheine fünf weitere Vereine ausgezeichnet.

Finanzspritze vom Land

Das Land NRW will die teils marode Sportinfrastruktur erneut mit einem großen Förderprogramm unterstützen. Nach 2019 ist es die zweite Initiative dieser Größenordnung: 200 Millionen Euro sollen direkt von Vereinen abgerufen werden können, weitere 200 Millionen stehen Städten und Gemeinden zur Verfügung. Zusätzlich sind 200 Millionen Euro für die Sanierung von Schwimmbädern vorgesehen.

Offen ist noch, wie die Mittel verteilt werden. Nach Angaben des Landessportbundes sollen die Förderbedingungen im April veröffentlicht werden.

„Wir befinden uns in einem Allzeithoch.“
LSB-Präsident Stefan Klett zur Mitgliederentwicklung


Ibbenbürener Volkszeitung, 24.03.2026
Redaktion IVZ
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