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Was einen Sportverein erfolgreich macht

Nach vielen Jahren verabschieden sich Vorsitzender Jürgen Lücke und Geschäftsführerin Claudia Veismann aus dem Vorstand des SC Hörstel. Im Rückblick erklären sie, was einen modernen Sportverein heute zum Erfolg führt.

Die jüngste Chronik des SC Hörstel liest sich mehr als beeindruckend. Seit 2000 gab es kaum ein Jahr, in dem nicht ein neuer Meilenstein gesetzt wurde. Da gibt es die Gründung neuer Sportgruppen, etwa im Bereich Reha und Fitness, zukunftsweisende Kooperationen mit Schulen, Kindergärten und Kinderschutzbund oder unvergessliche Feiern wie das Jubiläum zum 100-jährigen Vereinsbestehen. Es sind dies Meilensteine, die nicht nur, aber auch mit dem SC-Vorsitzenden verbunden sind: Seit 1999 ist Jürgen Lücke im engsten Vorstand aktiv, zunächst fünf Jahre als stellvertretender Vorsitzender und seit 2004 als Vorsitzender. Bei der nächsten Jahreshauptversammlung am 20. März steht ein Wechsel an: Jürgen Lücke und auch die langjährige Geschäftsführerin Claudia Veismann stehen nicht zur Wiederwahl. – Gelegenheit zur Rückschau.

Abschied Lücke Veismann 2026
Geschäftsführerin Claudia Veismann und Vorsitzender Jürgen Lücke verabschieden sich nach vielen Jahren aus dem Vorstand des SC Hörstel. Ein Anlass zur Zwischenbilanz. (Foto: Stephan Beermann / IVZ)

Doch zunächst die Frage: Wie findet sich überhaupt ein Nachfolger? Dazu Lücke: „Das ist eine Frage, wie der Verein organisiert ist und wie das Team ist.“ Im SC-Vorstand werden innerhalb von nur 13 Monaten alle vier Positionen im Vorstand neu besetzt. Speziell beim SC habe man sechs bis acht rund 20 Jahre jüngere Personen gefunden, die sich selbst für einen Wechsel organisiert haben. Am 20. März steht Sebastian Schürmann, bisher 2. Vorsitzender, als Nachfolger von Lücke zur Wahl, als Stellvertreterin stellt sich Sabine Bäumer zur Wahl; Hanna van den Berg wurde vor einem Jahr zum Finanzvorstand gewählt. Der Posten der Geschäftsführerin, den bislang Claudia Veismann ausfüllte, soll auf mehrere Schultern verteilt werden.

„Wenn ich aber ein gutes Team habe und die nächste Generation heranführe, dann ist das machbar.“
Jürgen Lücke über die Herausforderung im Verein.

Im Gespräch mit der IVZ sind sich Claudia Veismann und Jürgen Lücke einig: Für die Vereine wird die Situation schwieriger. Schon allein aus finanzieller Sicht, wenn die Kommunen aufgrund der Haushaltslage sparen müssen. Der SC befinde sich aber in einer guten Situation: „Wir sind hier so gut aufgestellt. Da dürfte es – abgesehen vom Sonderdrama Harkenberg-Sporthalle – keinen Grund zur Klage geben.“

Trotz gegenteiliger Tendenzen in der Vereinswelt ist es gelungen, die Mitgliederzahl auf jetzt rund 1950 hochzuschrauben. „Man muss bei den Angeboten mit den aktuellen Wünschen mitgehen. Sonst wandern die Mitglieder ab“, stellt Veismann fest. Ein großer Schritt in diese Richtung war der Bau der vereinseigenen Gymnastikhalle, die ganz viele zusätzliche Möglichkeiten geschaffen hat. Auch der Sport im hohen Alter spiele zunehmend eine große Rolle im Vereinsleben. Lücke ist zuversichtlich, dass der neue Vorstand neue, gute Impulse setzen wird: „Unsere Nachfolger haben schon eine Schwäche entdeckt: Für diejenigen, die keinen Ballsport machen wollen, müssen wir uns andere Angebote einfallen lassen. Daran sieht man, dass sie einen anderen Blickwinkel mitbringen.“

„Anders als mit vier männlichen Alpha-Tieren“

Viele verschiedene Perspektiven ins Vereinsleben bringen, das hat er als Vorsitzender angestrebt. Gefragt, was er für besonders gelungen hält in seiner Amtszeit als Vorsitzender seit 2004, sagt Lücke: „Ich bin stolz darauf, dass ich Erster im weiten Umkreis war, der drei Damen im vierköpfigen Vorstand hatte. Das ändert die Kultur im Verein positiv. Das Gesprächsklima wird anders, als wenn da nur vier männliche Alpha-Tiere am Tisch sitzen und sich unterhalten.“ Veismann pflichtet bei: „Frauen sehen die Dinge noch einmal aus einem anderen Blickwinkel.“ Sie habe ihre Tätigkeit im Verein als persönlich bereichernd wahrgenommen.

Es gibt aber noch zwei, drei weitere Themen, die beiden positiv in Erinnerung bleiben. So spielte der SC Hörstel beim Thema Inklusion seit 2007 eine Vorreiterrolle und machte damit überregional auf sich aufmerksam. Aber auch die Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund in Rheine zur Gewaltprävention wurde schon sehr früh aufgenommen, ebenso zu Schulen und Kindergärten. Dazu Lücke: „Sport ist Teil der Bildung und steigert die Konzentrationsfähigkeit.“

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat Jürgen Lücke den Posten des Vereinsvorsitzenden auf seine eigene Weise ausgefüllt. Auf die Frage, was ein Vorsitzender mitbringen sollte, antwortet er: „Er muss in den Verein hineinhören und sortieren. Ich bin nicht vorangegangen mit neuen Ideen. Sondern ich habe Ideen aufgegriffen, weiterentwickelt und mit den richtigen Leuten zum Abschluss gebracht.“

Dass immer weniger Leute bereit seien, ein Ehrenamt zu übernehmen, stimme nur bedingt, denn: „Wenn ich einen Vorstand habe, der jüngere Leute nicht machen lässt, dann entsteht Frust und für den Verein geht es nicht weiter. Wenn ich aber ein gutes Team habe und die nächste Generation heranführe, dann ist das machbar.“


Ibbenbürener Volkszeitung, 06.03.2026
Stephan Beermann (Autor)
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